Heute müssen wir unsere eigentlich geplante Etappe verändern, da das Stammteam um 11 Uhr zu einer Beerdigung in Remscheid sein möchte.

Wir starten um 4:15 Uhr (kein Schreibfehler!), es ist kühl und diesig. Die Vögel werden langsam wach, singen ihre Lieder und sind irritiert, daß so früh schon Radler unterwegs sind 😀



Die Etappe bis Witzenhausen ist nur 20km lang, wir fahren fix durch, damit wir ganz sicher den Zug erreichen.

Der Zug bringt uns nach Kassel, dort haben wir ein Auto gemietet. Die Hinfahrt klappt prima, wir sind pünktlich in Remscheid.
Nach der Beerdigung starten wir um 14:30 Uhr mit dem Plan, 19/20 Uhr in Hannoversch Münden das Verstärkungsteam wiederzusehen, vorher noch die Räder in Witzenhausen abzuholen und den Rest der Etappe zu radeln.
Verwundert stellen wir fest, daß die Autofahrt nun gut 30 Minuten länger als die Hinfahrt dauern wird laut maps – wir vermuten die Ursache bei den Baustellen auf der Autobahn und aufgrund der vielen LKWs.
Nun ja, dann nehmen wir eben einen Zug später, auch nicht so schlimm. Gespannt betrachten wir die dunklen Wolken am Himmel, immerhin gab es eine Unwetterwarnung… Vor uns scheint es dolle zu regnen.
Der größte Stau kurz vor Kassel mit 26 Minuten Verzögerung baut sich langsam ab, man kann das ja gut bei maps beobachten. Scheint alles besser zu werden, vielleicht bekommen wir unseren Zug ja doch noch, wenn es mit der Rückgabe des Autos schnell geht!



Als wir in diesem Stau sind sehen wir die Ursache: die Autobahn ist mit Blättern und kleinen Ästen übersehen, und an einer Stelle überschwemmt! Da war wohl das Unwetter – was für ein bescheuertes Wort, es ist doch Wetter! – am Werk!
Weiter geht die Fahrt nach Kassel rein, zur Tankstelle, dann zur Autovermietung am Bahnhof. Da steht Polizei und sperrt – die Straße zum Bahnhof. Ja, also wie wir da jetzt weiterkommen weiß der Polizist auch nicht, aber die Straße stehe 1,5 Meter unter Wasser… also versuchen wir von der anderen Seite zum Bahnhof zu gelangen, mit diesem blöden Riesenauto durch unbekannte Ministraßen, was viele andere auch so machen. Irgendwann haben wir es geschafft, geben das Auto ab und wundern uns noch kurz, warum da so viele Leute stehen.
Schnell zum Gleis 1, dort fährt in einigen Minuten unser Zug Richtung Witzenhausen ab, wo unsere Räder auf uns warten.
Der Zug fällt aus.
Also warten auf den nächsten.
Allerdings stellt sich bald heraus, daß viele Züge ausfallen, wegen ungestürzten Bäumen und Schäden an den Oberleitungen. Am nächsten tag werden wir im internet das ganze Ausmaß des unwetters im internet bestaunen (https://youtu.be/7Bw2bxX5rp0), Heute sind wir noch guter Dinge, vielleicht gibt es ja einen Bus, oder ein Taxi. Leider regnet es inzwischen wieder stark, und wir sind auch nicht die einzigen, die versuchen ein Taxi zu ergattern. Also suchen wir weiter nach anderen möglichen Verbindungen. Inzwischen wird klar, wir werden unsere Räder heute nicht mehr holen können, sondern versuchen direkt nach Hann.Münden fahren. Die Räder holen wir dann morgen, irgendwie.
Wir kaufen 2 Brötchen als Abendessen und genießen sie auf dem harten Fußboden der Bahnhofshalle sitzend.

Vielleicht fährt ja doch noch ein Zug? Nein, heute sicher nicht mehr! Also nochmal ein Versuch ein Taxi zu bekommen. Der Fahrer eines Yellow Taxi bietet uns die Fahrt für 400 Euro an, wir lehnen ab. Endlich, nach 4 ungewissen Stunden , finden wir ein Taxi, das uns in gefährlich-wilder Fahrt durch die Nacht, vorbei an umgestürtzten Bäumen nach Hann.Münden fährt, mit unserer Hilfe findet er die angegebene Adresse. Dieses Abenteuer kostet uns 60 Euro.
Völlig müde und glücklich angekommen zu sein fallen wir ins Bett. Dieser Blogeintrag entsteht erst am nächsten Abend!
Heute: 20,2km – 1:18:20 – 15,5km/h
Gesamt: 308,4km – 20:46:34 – 14,8km/h
Wetter:
Start bei kühlen 16 Grad, Höchsttemperatur 20 Grad, nachmittags tobt „Lambert“ mit Regen und Sturm durch die Landschaft und verursacht viele Schäden.
